Heuschnupfen: Pollensaison und Medikamente
Heuschnupfen, medizinisch als allergische Rhinitis bekannt, betrifft in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Während der Pollensaison leiden viele Menschen unter Symptomen wie Niesen, verstopfter Nase, juckenden Augen und Kratzen im Hals. Diese allergische Reaktion auf Pollen ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann aber die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Pollensaison verläuft und welche Medikamente zur Linderung der Beschwerden zur Verfügung stehen.
Die Pollensaison verstehen
Die Pollensaison beginnt in Deutschland typischerweise im Februar oder März mit der Erle und Hasel und erstreckt sich bis in den September hinein. Der Höhepunkt liegt meist zwischen April und Juni, wenn Gräser und Getreide blühen. Birken gelten als besonders starke Pollenerzeuger und sorgen im April und Mai für intensive Beschwerden bei vielen Allergikern.
Die Pollenkonzentration in der Luft hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wetterbedingungen, Tageszeit und geografischer Standort spielen eine Rolle. An warmen, trockenen und windigen Tagen ist die Pollenbelastung in der Regel höher als bei feuchtem Wetter. Wer seine persönliche Allergiezeit kennt, kann bereits präventiv tätig werden und Medikamente rechtzeitig einsetzen.
Menschen mit Heuschnupfen sollten wissen, dass die Erkrankung chronisch entzündliche Prozesse in den Atemwegen auslöst. In manchen Fällen kann eine unbehandelte allergische Rhinitis zu Asthma führen, daher ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen. Wer bereits unter Asthma: Auslöser erkennen und kontrollieren leidet, sollte besonders aufmerksam sein, da Heuschnupfen die Asthmakontrolle verschlechtern kann.
Medikamentöse Behandlung von Heuschnupfen
Die Therapie des Heuschnupfens richtet sich nach Schweregrad und Häufigkeit der Symptome. Leichte, saisonale Beschwerden lassen sich oft mit topischen Mitteln bewältigen, während anhaltende oder starke Symptome systemische Medikamente erfordern.
Antihistaminika sind die erste Wahl bei Heuschnupfen. Sie blockieren die Histaminausschüttung, die für Juckreiz, Niesen und Rötung verantwortlich ist. Moderne Antihistaminika der zweiten Generation wie Cetirizin, Loratadin oder Desloratadin haben den Vorteil, dass sie weniger müde machen als ältere Präparate. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und können sowohl vorbeugend als auch bei akuten Symptomen eingenommen werden.
Nasensprays mit Kortikosteroiden gelten als sehr wirksam gegen Nasenverstopfung, Rhinorrhö und Niesen. Sie reduzieren die Entzündung in der Nasenschleimhaut direkt vor Ort. Die systemische Aufnahme ist minimal, weshalb sie auch über längere Zeit sicher angewendet werden können. Typische Wirkstoffe sind Fluticason, Mometason oder Beclometason.
Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure können präventiv vor Pollenexposition angewendet werden, sind aber weniger wirksam als Antihistaminika oder Kortikosteroide. Sie eignen sich eher als Zusatztherapie.
Abschwellende Nasentropfen bieten schnelle, aber kurzfristige Erleichterung. Sie sollten nicht länger als eine Woche verwendet werden, da sonst ein Gewöhnungseffekt eintritt und die Nasenverstopfung sich verschlimmern kann.
In schweren Fällen kann eine ärztliche Beratung notwendig sein. Manche Patienten profitieren von einer Hyposensibilisierung, auch Immuntherapie genannt, die die Toleranz gegenüber Allergenen erhöht. Dies ist allerdings ein langfristiges Verfahren über mehrere Jahre.
Praktische Tipps zur Symptomlinderung
Neben Medikamenten helfen auch einfache Maßnahmen im Alltag: Das Tragen einer Sonnenbrille schützt die Augen vor Pollen. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man Haare waschen und Kleidung wechseln. Während der Pollensaison ist es sinnvoll, die Fenster geschlossen zu halten und Luftfilter zu nutzen. Ein Nasenspülset mit isotonischer Kochsalzlösung kann mehrmals täglich verwendet werden, um Pollen mechanisch auszuspülen.
Wer unter besonders starkem Heuschnupfen leidet, sollte auch überprüfen, ob eine Kreuzallergie vorliegt, etwa zu bestimmten Obstsorten oder Nüssen. Dies ist häufig bei Birkenpollenallergikern der Fall.
Heuschnupfen ist eine häufige und gut behandelbare Erkrankung. Mit dem richtigen Medikament und praktischen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich die Pollensaison deutlich angenehmer gestalten. Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt.